

| 146 Tage gegen den Strom - Chronologie der Ereignisse | |||||
![]() Am Faschingsdienstag, den 5. Februar 2008 ist unsere Schiffmühle aus noch unbekannter Ursache versunken. An diesem Tag bemerkten wir bereits nachmittags, bei einem unserer täglichen Kontrollgänge zur Mühle, dass offenbar Wasser ins stromseitige Wellschiff eingedrungen war. Das Hausschiff samt Mühlhaus war noch über Wasser. Das Wellschiff war bereits geflutet. Ein gefahrloses Hineingehen in die Mühle war uns möglich. Wir haben noch stundenlang mit Pumpen und Kübeln versucht das Hausschiff zu retten. Wir mussten schweren Herzens von Land aus mitansehen wie unsere Schiffmühle langsam absank. Das Wichtigste uns geht es einigermaßen gut. Die Schiffmühle sitzt seitdem fest am Grunde der Donau auf. Nun versuchen wir die noch intakte Schiffmühle zu bergen. Ein Bergekonzept mit Fachfirmen und Fachleuten wird gerade ausgearbeitet. Es gibt Hoffnung die ganze Mühle retten zu können, und sie bald wieder zum Laufen zu bringen. Die Rettung der Mühle gestaltet sich aber äußerst schwierig im fließenden Wasser. Um sie schonend zu heben versuchen wir eine Bergung mittels Hebesäcken, die unter der Mühle langsam mit Luft gefüllt werden. Nach oben |
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| Sonntag, 10.2.2008 - Ankerheben | |||||
Wir müssen den 350 kg Anker aus der versunkenen Schiffmühle heben. Große Unterstützung kommt dabei vom Wasserdienst der FF Orth an der Donau. 2 Ruderzillen werden zu einer Plattform zusammengebaut. An 2 Seile gesichert werden diese Zillen vor die Schiffmühle gelassen. Die Donau hat Niederwasser und ist seit dem Sinken gefallen. Unser Kater Bibic bewohnt deshalb wieder die Mühle. Nach oben |
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| Montag 11.2.2008 - Bergekonzept | |||||
Ein Bergekonzept wurde bereits erstellt. Das Hausschiff und das Mühlhaus ist intakt. Wichtig ist deshalb für einen weiteren Betrieb die Schiffmühle diese beim Bergen nicht zu zerstören.
Eine Hebung mittels Kranschiffen kommt deshalb nicht in Frage. Im fließenden Wasser ist es nicht möglich die Gurte so unter den Schiffboden zu montieren, dass die Gurte exakt an den Stützpunkten des Schiffes, den Spanten, zu liegen kommen. Eine schonende Bergung ist deshalb nur mittels Hebeschläuchen möglich. Diese sollen unter dem Schiffsboden montiert werden und unter Wasser aufgeblasen werden. Dadurch und mithilfe des natürlichen Holzauftriebes soll die Mühle zum schwimmen gebracht werden. Leider sind in ganz Österreich solche Hebeschläuche nicht zur Verfügung, wir müssen diese erst mühevoll aus dem Ausland organisieren.
Die Zeit drängt, denn bei dem derzeitigen Niederwasser ist eine Hebung der Schiffmühle leichter als bei höheren Wasserständen. Die Strömung ist wesentlich langsamer. Nach oben |
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| Freitag 15.2.2008 - Besorgen von Hebematerial | |||||
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1800 km gefahren um Hebematerialien vom Rhein zu holen. Die Hebematerialien sind 300 kg schwere riesige Pontons die von der Deutschen Bundeswehr zum Flussüberqueren verwendet werden. Erzeugbarer Auftrieb 12 Tonnen.
Die Vorbereitungsarbeiten für eine Montage der Pontons an der Schiffmühle sind im Gange. |
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| Freitag 22.2.2008 | |||||
Wir haben eine harte Woche hinter uns, in der wir vorne beim stromseitigen Schiff mit der Montage der Hebematerialien begonnen haben, weil es dort durch die starke Strömung am schwierigsten ist. Dazu wurden 2 Hebesäcke zwischen 2 Holzschilden montiert. Wir verwendeten verschieden färbige Seile um sie leichter unter Wasser zu erkennen. Dann wurde die Platte mit den Zillen stromaufwärts des Wellschiffs geführt und ins Wasser gelassen. Wie geplant ist das Schild mittels eines strömungsdynamischen Effekts abgetaucht und hat sich an das Gransl (Bug) des Schiffes angelegt. Nach oben |
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| Samstag 23.2.2008 | |||||
Nach den vielen Rückschlägen der letzten Tage, endlich ein kleiner Teilerfolg! Das erste Hebematerial ist vorne am kleineren Schiff montiert. Wir haben es bereits aufgeblasen. Das Wellschiff hat sich dabei bereits um 30 cm gehoben Leider ist der zweite Hebeschlauch zwischen dem Holzschilden herausgeflutscht und an die Oberfläche getrieben. So konnte der verbleibende 1 Sack nur 1 Tonne Auftrieb erzeugen. Nach oben |
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| Sonntag 24.2.2008 | |||||
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Wir bereiten die Montage der Schwimmpontons am Hausschiff vor und hoffen, dass das Befestigen der Pontons aufgrund der geringeren Strömung uferseitig leichter geht als beim stromseitigen Wellschiff. Die 11 m langen Schwimmpontons sollen vorne und hinten unter dem Mühlschiff angebracht werden. Als erster Schritt dazu wurde bereits mithilfe eines Tauchers aus Fischamend ein Führungsseil hinten unter dem Hausschiff verlegt. Nach oben |
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| Freitag 29.2.2008 | |||||
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| Sonntag 2.3.2008 | |||||
Die Donau ist seit dem Sinken der Schiffmühle um 1 Meter angestiegen.Auch Verkehrssünder auf der Wasserstraße Donau machen uns traurig. Ein Frachtschiff fuhr Freitag Nachmittag, trotz entsprechender Kennzeichnung der Schiffmühle, mit hoher Geschwindigkeit zu Tal (Fluss abwärts). Schiffmüller Martin konnte Manuel, der gerade in einer Arbeitszille vor dem Mühlschiff mit einer Seilmontage beschäftigt war, noch vor den Wellen warnen. Manuel gelangte noch rechtzeitig ans Ufer, die Zille warf es 1 Meter hoch ans Ufer heraus. Nach oben |
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| Woche vom 2.3 bis 10.3.2008 | |||||
| Diese Woche war geprägt von einem Auf und Ab. Wir mussten den großen Schwimmponton vor das Gransl (Vorderende) des Hausschiffes dirigieren. Sturm Emma zwang uns zu einer kurzen Arbeitsunterbrechung. | |||||
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| Freitag 14.3.2008 | |||||
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| Sonntag 16.3.2008 | |||||
| Wir haben einen dramatischen Tag hinter uns. Die Donau ist über Nacht höher und schneller gestiegen als prognostiziert. Pegel Wildungsmauer 515 cm. Durch das rasche Steigen und den hohen Wasserstand hat sich die Schiffmühle verschoben. Sie liegt nun ca. 5-10 Meter unterhalb des Originalen Haftplatzes. | |||||
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| Mittwoch 19.3.2008 | |||||
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| Mittwoch 19.3.2008 | |||||
Die Schwimmpontons sind fertig. Der hintere Schwimmponton wurde bereits unter dem hintern Ende des Hauschiffes montiert.Vorne sitzt die Schiffmühle noch am Ufer auf. Wir benötigen für einen ersten Hebeversuch der Mühle etwas mehr Wasser, damit der Schwimmponton wirken kann. Günstig ist das niedere Wasser dennoch. Wir können erstmals in die Mühle hineingehen und Dinge evakuieren. Zusätzlich können wir, was vorher nicht möglich war, in der Mühle LKW Schläuche unter den Fußboden montieren. So gewinnen wir zusätzlich mehr Auftrieb. 4-5 Schläuche ergeben gefüllt etwa 1 Tonne Auftrieb! |
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| Samstag 5.4.2008 | |||||
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| Sonntag 6.4.2008 | |||||
In einem ausverkauften Veranstaltungssaal im Orther Schloss, präsentierte Pepi Hopf sein aktuelles Kabarettprogramm "schleudern!".Pepi Hopf kam der Einladung der Theatergruppe Orth (http://www.theatergruppe-orth.at) gerne nach (Organisation: Annemarie Fuchs, Zoltan Bartos) diese Benefizveranstaltung als Beitrag zur Bergung der Schiffmühle zu machen. Ein außergewöhnlicher Abend! Die Orther Schiffmüller und die Theatergruppe Orth bedanken sich herzlich bei Pepi Hopf!Mehr Infos über das aktuelle Programm von Pepi Hopf: http://www.pepihopf.at Nach oben |
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| Woche 7.4. bis 12.4.2008 | |||||
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| Woche 13.4. bis 20.4.2008 | |||||
Am Freitag dem 18.4. kann mit Unterstützung von 7 Mann der FF Orth der erste Taucheinsatz ins Wellschiff erfolgen. Peter ist zu unserem dritten Auge geworden. Er ermöglicht das Sehen und Arbeiten in einer nicht zugänglichen Welt. Das Abtauchen ist wegen der Strömung schwierig. Peter hält sich dabei an einer Leiter fest, diese wird mit Stangen 3 Meter tief unter Wasser gedrückt. Auch das Zureichen der Big Bags von über nach unter Wasser nicht ganz einfach . Diese werden dazu in Rohre gestopft, mit einem Gewicht versehen und mittels Winden unter Wasser gerückt. Sowohl das Hinunterdrücken als auch die Montage der Big Bags bedeuten harte Arbeit.
Das A- Boot der FF Orth leistet dabei wertvolle Dienste. Nach 7 Stunden Tauchgang sind 6 Säcke montiert. Gegen 21 Uhr füllen wir diese mit Luft. Das Wellschiff hebt sich sehr kurzer Zeit um 1 Meter vom Grund. Die Oberkante der Brücke kommt bereits übers Wasser!Für ein weiteres, langsames Heben der Schiffmühle sind für die nächsten Tage weitere Tauchgänge mit Montagearbeiten geplant. Manuel Winkler, wichtige Stütze im Bergeteam ist erkrankt und muss zu einem chirurgischen Eingriff ins Spital. Auch die Grippe kursiert. An Niederlegen nicht zu denken. Ohne der Hilfe von FF Orth , Freunden und Taucher Peter wäre die Woche gelaufen. Dank ihrem unermüdlichen Einsatz läuft dennoch alles planmäßig. Wir bereiten 20 Big Bags für die Montage am äußere Schiff.Es wird schwierig werden, denn das Wellschiff liegt in 3 Meter Wassertiefe und ist stark überströmt. Nach oben |
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| Mittwoch 23.4.2008 | |||||
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| Woche 24.4. bis 1.5.2008 | |||||
Skizze der aktuellen Lage im Wasser Nach der entscheidenden Anhebung letzte Woche liegt das Wellschiff knapp unter der Wasseroberfläche. Das Wellschiff schwimmt dabei etwas höher als das Hauschiff. Zuerst muss also das Hauschiff weiter gehoben werden. Besonders die linke Seite des Hausschiffes muss zuerst gehoben werden.
Dies geschieht durch Schlammabsaugen, der sich im Mühlhaus vor allem links abgelagert hat, sowie durch Herauftauchen und Ausräumen von Ballaststeinen.
Zwischen den Zahnrädern ist auch noch Platz für weitere mit Luft gefüllte Köper. Die Arbeiten dazu sind nicht ganz einfach, können aber bereits frei tauchend erfolgen. Diese werden dabei vom Schiffmüller selber durchgeführt, da er die Mühle am besten kennt. |
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![]() Gerät zum Schlamm saugen |
![]() Montagearbeiten im Wellschiff |
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| Mittwoch 4.6.2008 | |||||
Die Donau lehrt uns Geduld. Zeit und Arbeiten am Strom bekommen eine andere Dimension als an Land. Eine gute Woche benötigen wir für Herauftauchen des Ballastes aus beiden Schiffen. Einige Big Bags müssen wir verbessern. Vor allem im stromseitigen, äußeren Wellschiff, leiden sie unter der starken Strömung. Treibholz zwischendurch hält uns auf Trab. Durch die Montage neuer und Verbessern alter Big Bags stellt sich wieder ein kleiner Erfolg. Haus und Wellschiff treiben nun etwa gleich hoch im Wasser.
Die nächsten Schritte Zimmern unter Wasser Nach oben |
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| Samstag, 21.Juni 2008 - Die Bordwand ist über Wasser... ...und sinkt dann wieder zurück in die Donau ! |
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„Ich stehe am Hausschiff der Mühle, das schon viel weiter aus dem Wasser ragt als noch vor ein paar Stunden und betrachte aufgeregt das Geschehen. Feuerwehrmänner und andere Helfer waten im Wasser, beratschlagen am Ufer und packen mit vereinten Kräften an. Hier eine zerrissene Uniform, da ein schlammverschmiertes T-Shirt, aber das scheint in der Freude über die Mühle, die mit dem Rattern der Aggregate und dem Surren der Pumpen langsam aus dem Wasser steigt, niemanden zu stören. Überall reichen sich flinke Hände das Werkzeug, das Dichtmaterial .... und in den Verschnaufpausen das Mineralwasser.“ |
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Aber unsere Freude währte nicht lang. Am späten Nachmittag fielen Pumpen und Stromaggregate aus und immer mehr Wasser strömte in die Mühle. Wir hatten nicht genügend Gerätschaft in Reserve und einige Helfer hatten sich schon auf den Heimweg gemacht. So konnte auch unser verzweifeltes Ausschöpfen die Mühle nicht davor bewahren, abermals zu sinken. Auch wenn die Mühle jetzt wieder am Donaugrund aufliegt sind die Schiffmüller zuversichtlich. Der Plan, die Mühle durch das Auspumpen von Wasser zu heben ging auf und scheiterte lediglich daran, dass wir nicht genügend helfende Hände und Geräte zur Verfügung hatten. Für die nächsten Tage ist ein zweiter Versuch mit Helfern, Gerätschaft und Booten aus dem ganzen Bezirk geplant. |
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| 30.6.2008 - Die Schiffmühle ist endlich geborgen ! | |||||
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