Die Rettung
146 Tage gegen den Strom
die Müllerin erzählt
Gesunkene MühleWinter 2008, Treibgut schlug ein Leck ins stromseitige Schiff. Langsam aber sicher zog es auch Wasserrad und Mühlschiff mit sich auf den Grund. Angesichts starker Strömung, eines Hochwassers und dem Gewicht der Mühle schien die Lage hoffnungslos. Eine Bergung ist Unmöglich, war der allseitiger Tenor. Wir versuchten es trotzdem. Mit Luft wollten wir die Mühle möglichst schonend wieder an die Oberfläche bringen.

Eine mit dieser Methode erfahrene Bergefirma vom Rhein bestärkte uns: “Es könnte gehen, aber sehr schwierig. Macht Euch gefasst, alle werden ungeduldig. Montiert so viel geht an Auftriebskörper am besten ins Innere der Mühle.
Starke StrömungHebt ja langsam und beide Schiffe zugleich, Ab den Bordkanten könnt ihr auspumpen. Ist ein Tauchen in der Mühle möglich?“

Feuerwehrtauchern des Landes kamen zum Begutachten. Zu stark die Strömung und herumtreibendes Mühleninventar, zu riskant.

So montierten wir zuerst außen an der Mühle zwei große Schwimmpontons an. 24 Kubikmeter Luft hoben die Mühle und sie kam in Schwebe.
Ponton
Bild: Manuel Winkler und Schwimmponton,
die Schweizer Armee stellte ihn für seinen Hilfseinsatz an der Schiffmühle frei)



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Der entscheidende Schritt

TaucherEin Taucher aus Fischamend wagte sich in die Mühle und ins versunkene Wellschiff.
Dort montierte er weitere Auftriebskörper an den tiefsten Stellen der gesunkenen Schiffe. Als Auftriebsmaterial verwendeten wir große Plastiksäcke, big bags, die wir wasserdicht gemacht hatten.


Bild: Peter Marchart steigt bei starker Strömung auf den Donaugrund

bigbagsN
achdem über 50 big bags montiert und mit Luft aufgeblasen waren, hoben wir die Mühle um gut 3 Meter! Die Mühle kam so wieder ins schwimmen, ähnlich einem voll beladenem Frachtschiff. Vom Ufer war davon freilich nichts zu sehen.

Bild: ein angeschwemmter big bag verfing sich im Wasserrad und brachte die Idee, 1 Kubikmeter Luft unter Wasser hebt eine Tonne


Vor dem Füllen Big Bags gefüllt

Bild: Schiffmühle vor dem Füllen mit Luft,

rot Auftriebskörper

Bild: Schiffmühle nach dem Füllen mit Luft, schwimmt stabil unabhängig vom Wasserstand der Donau
Vorne musste die Mühle höher gehoben werden als hinten, die starke Strömung könnte sonst trotz aller Luft wieder auf den Grund drücken.
Die Bordkanten kamen nicht gleichmäßig hervor, An Auspumpen war also noch nicht zu denken. Was tun?

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Drohende Sprengung abgewendet

Abdichten Mein Mann besorgte sich einen Neoprenanzug und Schnorchel. Dann hieß es für ihn wochenlang „Zimmern unter Wasser“.
Er dichtete Fugen in den Wände mit Holz und Hanf ab.

Bild: Mit Gummimanschetten dichtet der Schiffmüller die Öffnung des Wasserrades ins Haus ab

Ein zusätzlicher Schock in all der Anstrengung, eine Sprengung der Mühle seitens der Behörde wurde angekündigt, da sie am Rande einer Wasserstraße liegt. Wir benötigten aber noch gute 2 Wochen um alles dicht zubekommen. Wird sich das ausgehen? Nerven bewahren und Durchhalten irgendwie. Nur nicht krank werden!

Dank vieler Freunde und der großen hilfsbereiten „Schiffmühlenfamilie“ ist dies gelungen.

Endlich nach monatelangen Vorbereitungsarbeiten begann das Auspumpen der Mühle. 14 Feuerwehren über 70 Helfer waren an diesem Großeinsatz mit Gerät- und Mannschaft beteiligt. Innerhalb weniger Stunden geschah ein Wunder, die Mühle schwamm.Big Bags im Trockenen


Bild: Nach dem Auspumpen kommen die big bags wieder ans Tageslicht


Fast so als wenn nichts passiert wäre. Ein Schiff, transportierte die Mühle in den sicheren Nebenarm. Ende gut - alles gut!
Abtransport
 
Mehr dazu in Broschüre (€ 15,-) und Fotobuch (€ 37,-),
146 Tage gegen den Strom
Bestellung unter info@schiffmuehle.at oder 0664/ 33 414 22
Der Erlös kommt der Renovierung der Mühle zu Gute.
 

D A N K E !


Über 70 Helfer leisteten gute Zusammenarbeit bei diesem
außergewöhnlichen Einsatz auf dem Strom.

Besonderen Dank gilt dem Helferteam die über Wochen und Monate mit uns die Bergung der Schiffmühle vorbereitet haben:

Manuel Winkler, Peter Marchart, Franz Hold, Heinz Terp, Alfred Horak, Karl Ripfel, Clara Schuecker, Robert Kriegl , unsere Feuerwehr von Orth u. v. a.

Danke an die Feuerwehren und Institutionen von:

Breitstetten Dörfles Eckartsau Glinzendorf Groß-Enzersdorf Hainburg Leopoldsodorf Marchegg Oberhausen Orth Probsdorf Raasdorf Rutzendorf Straudorf Stripfing Firma Baxter ÖBF Nationalpark Donau-Auen Via Donau

Strommeister Josef Ploiner mit seinem Team


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